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Dienstag, 10. Juli 2012

Sacken lassen. Oder: Falsche Worte zur falschen Zeit

[Und schon wieder kein Beitrag von uns selbst, dafür einer von unserem Freund und Mitleser Hörnla - vielen Dank dafür]


Eine Antwort auf Arnd Zeigler und andere Betrachtungen die EM und andere Dinge betreffend

Von Hörnla


Sacken lassen. Einfach sacken lassen. Eine Woche lang, eine kleine kurze Woche lang nichts kommentieren, an andere Dinge denken, der Sedimentation ihren Lauf lassen und schauen, was bleibt, wenn das Trübe gewichen ist und sich die Dinge gesetzt haben. Man geht damit durchaus ein Risiko ein heutzutage. Die EM, wann war die nochmal? Irgendein Ereignis der Prähistorie wohl. Kein Titel, nichts Bleibendes. Jetzt gilt es doch schon längst, die Bundesligatransfers zu verfolgen, Sammer hin und Kloppo her, hochspannende Berichte aus den Trainingslagern, der „kicker“ zeigt joggende Spieler vor sommerlicher Alpenkulisse (Wow, so geht also Vorbereitung? Unglaublich!), Rangliste hier und Testspiel da. Die EM? Lang lang ist’s her.

„Gegen Morgen in der grauen Frühe pissen die Tannen/Und ihr Ungeziefer, die Vögel fängt an zu schrein“, dichtete Bertolt Brecht dereinst in „Vom armen B.B.“. „To twitter“ heißt gemeinhin ja Zwitschern oder Schnattern und diese Übersetzung gibt in meinen Augen recht präzise wieder, welch gewaltiger Informationsgehalt in dieser extremen und auch in weniger extremen modernen Echtzeit- und Fastechtzeit-Kommunikationskanälen verbreitet wird. Keine Angst, das wird keine übliche Medienschelte, auch wenn das arg „Old School“ daherkommt. Ich drücke hier allerdings schon und lediglich meine Verwunderung darob aus, in welcher Geschwindigkeit jeglicher geistige Dünnpfiff heute abgeschissen werden kann. Das beeindruckt ab und an doch, auch wenn man als Profi natürlich weiß, dass in Zeiten des extremen Zeitdrucks natürlich die Texte für alle wesentlichen Ausgänge zum Beispiel eines Fußballspiels bereits vorher fix und fertig in der Schublade liegen. Aber auch wenn sich die daran Beteiligten immer so furchtbar innovativ und furchtbar wichtig vorkommen: dass zwischen „Hosianna“ und „Kreuziget ihn“ kein weiter Weg ist, das wissen die der abendländischen Tradition Bewussten schon seit gut 2000 Jahren. Was man leider vergessen zu haben scheint, was aber, wenn ich recht orientiert bin, bereits die alten Griechen wussten: wenn es etwas werden soll mit dem Nachdenken, mit dem Sich-eine-Meinung-bilden in der Diskussion, dann braucht man dazu Muße und dazu braucht man wiederum Zeit. So, genug der Vorrede. Kommen wir zu den Griechen in der Europameisterschaft (man beachte die meisterliche Überleitung).

Es gibt gewisse Topoi, die immer wieder und immer wieder gerne aufgerufen werden, wenn man vom Rathaus kommt, mithin schlauer ist. Zum Beispiel, dass die Griechen der leichteste Gegner waren, den die deutsche Mannschaft erwischen konnte. Ähnliches dürften sich bereits die Polen gedacht haben oder die Russen, die aber, oho oho, dann von den Griechen in der Vorrunde ausgeschaltet wurden. In meinen Augen mangelt es da an Respekt. Respekt, den eine niederländische Mannschaft, um nur ein Beispiel zu nennen – da sind ja so viele Stars dabei – immer a priori zugebilligt bekommt und den sie auch nicht verliert, wenn man mit 0 (in Worten: null!) Punkten auf dem Konto nach der Vorrunde nach Hause fährt. Griechenland kann dagegen wohl noch zehn Mal die EM gewinnen, das ist ein schwacher Gegner. Punktum.

Ein schnell gefälltes und im Wesentlichen unwidersprochen gebliebenes Blitzurteil folgte der EM auf dem Fuß: nichts Neues unter der Sonne, nichts Neues taktisch, usw. usf. Abhaken. Das finde ich, in Bezug auf das Spiel, nun ganz und gar nicht oder zumindest in dieser Pauschalisierung unrichtig und habe das andernorts auch bereits zu analysieren versucht (http://www.clubfans-united.de/2012/06/22/die-philosophie-der-berechenbarkeit/) Außerdem: da gab es doch ganz erhebliche Neuerungen. So zum Beispiel die Tatsache, dass die Verantwortlichen bei der Bildregie der so genannten Live-Übertragungen offenbar unter Rückgriff auf Muster aus Tragödie und Mythos Märchenspiele inszenieren anstatt live zu übertragen. Wir alle wissen, dass spätestens seit Photoshop und Konsorten verbunden mit der Auflösung des Originals in der digitalen Photographie dem Bild keinerlei dokumentierender Wert mehr zukommt. Alles schön und gut – aber im Hinterkopf hatte und hat man doch irgendwie noch, dass, trotz all der Kameras und Schnitte und Bildregie und so weiter, dass die Fernsehberichterstattung einem doch irgendwie ein im wesentlichen „wahres“ (Wahrheit – ogottogott, aber man weiß hoffentlich, wie’s gemeint ist) Bild der Geschehnisse vermittelt. Na gut, eigentlich könnte man wissen, dass das mit dem „live“ so eine Sache ist, immerhin könnte bei zu viel „live“ ja wieder mal ein Nippel einem Bustier entkommen, so (natürlich völlig ungewollt und ungeplant) geschehen, bei einer Oskar-Verleihung (in Bezug auf die beteiligten Personen und näheren Umstände hat die gütige Lethe bereits an mir ihr Werk getan). Auch wenn wir beim Herrenfußball sind – dem Zufall des Spiels dasselbe überlassen? Gott bewahre – womöglich überreißen Legionen von Faschingsfans dann zu oft, dass Fußballspiele auch und gar nicht mal so selten stinkend langweilig sein können. Nein, wo rasante Schnitte nicht mehr ausreichen, um einem anämischen Gegurke Leben und Rasanz und angebliche Athletik einzuhauchen, da kann man es ja mit Einsprengseln versuchen dergestalt, dass ein Bundestrainer während des Spiels offenbar locker genug ist, einem Balljungen das Bällchen schalkhaft zu entwenden oder dass zur Halbzeit eine deutsche Fanin bereits durch ihre Tränen zeigt, dass sie dabei ist, alle Hoffnung fahren zu lassen. In der „SZ“ stand ein Interview zu lesen mit irgendeinem Medienprofi, der bereits führend an der medialen Aufbereitung mehrerer hochkarätiger Sportereignisse beteiligt war und dieser Herr zeigte völliges Unverständnis dafür, dass man Unbehagen empfinden, ja dass man sich verwundert zeigen könnte angesichts einer Live-Berichterstattung, die gar nicht mal so „live“ ist. Die gesendeten Geschehnisse seien doch passiert und es sei doch Sache des künstlerisch Verantwortlichen sie zu senden, wenn es denn passe. Basta. Aha. Damit befindet sich der gute Mann medientechnisch sicherlich im 21. Jahrhundert, semiotisch, in Bezug auf den Stand des Nachdenkens über die Zeichen und ihre Bedeutung aber irgendwie zur Zeit der Völkerwanderung. Kurz gesagt: nicht technisch aber theoretisch ließe einen derartigen Gimpel jeder Akteur von Ecos Rosenroman locker aussteigen. Über 1500 Jahre abendländische Geistesgeschichte, um dann bei sowas anzukommen. Grauslich! Das wäre mal ein Kritikpunkt, an dem anzusetzen sich lohnte. Aber dann müsste man vielleicht auch darüber nachdenken, warum die Politiker ihre wegweisenden und wichtigen und potentiell unbeliebt machenden Entscheidungen gerne während solcher Großereignisse wie WM oder EM auf den Weg bringen. Die inszenierte sportliche Mär, sich hemmungslos an den Erzählmodellen von Tragödie bis Mythos bedienend, muss perfekt sein – dann ist einem der Rest scheißegal. Aber auch das wussten bekanntlich bereits die alten Römer.

Die meisten, die bei einem Großereignis wie der EM die Spiele („der Deutschen“ natürlich) verfolgen, wissen nichts. Nichts vom Fußball, nichts von der Schönheit des Spiels, nichts von der oft genug enervierenden Langweiligkeit desselben Spiels. Was aber alle wissen: Titel sind gut. Titel müssen her, so äußert sich die sportliche Leitung vorher, Titel sind toll, wir sind reif für Titel. Das schöne Spiel? Wer erinnert sich noch an die üblen Auftritte der deutschen Nationalmannschaft unter Trainerdarstellern wie Ribbeck und Völler, wem sind diese bleiernen Zeiten noch im Gedächtnis, wer kann noch Dank empfinden, dass das spätestens seit den Zeiten von Klinsmann und Löw in der Regel nicht mehr gilt? Mit den paar, die sich daran erinnern – und hier beginnt meine Kritik an der Kritik von Arnd Zeigler – kann man keinen Staat machen. Mit den paar, die sich dann auch fanden zum Finale-Gucken, als die Mehrheit die EM längst abgehakt hatte, als Fehlschlag, als Ärgernis, als einzige Enttäuschung, mit den paar, die – ein wenig Gerechtigkeit gibt es dann doch noch auf dieser Welt – in den Genuss eines der besten Spiele des Turniers kamen, mit den paar kann man den Fußballzirkus, den wir alle inzwischen gewohnt sind, nicht finanzieren. Um es noch klarer zu sagen: die von Zeigler angeprangerte Respektlosigkeit des Sportgroßinquisitors „BILD“, um nur ein wüstes Beispiel zu nennen, ist nichts anderes als die andere Seite der Medaille, die eine derartige Aufmotzung eines Fußballturniers erst möglich gemacht hat. Die eine ist aber ohne die andere Seite nicht zu haben.

Es ist etwas, an das wir in unserer selbstverantwortungslosen, klagelüsternen Kuschelwelt ungern erinnert werden, aber es ist trotzdem wahr: alle Dinge haben ihren Preis. Man muss für alles bezahlen. Wer 27000 Kameras ist Stadion will, 20 Schiedsrichter und künftig auch noch GoalRef und HawkEye, wer Stars will und Begeisterung und Hype und Autokorsos und nochmal Begeisterung und immer wieder wiederholbare Sommermärchen, wer all das finanzieren will, der kann das nicht nur mit Leuten tun, die sich über Raute oder Nicht-Raute den Kopf zerbrechen und durchaus schon mal ein Spiel am heimischen Fernseher ansehen und die den TV auch nicht zwei Stunden vor Anpfiff einschalten und erst drei Stunden danach ausmachen. Wer will, dass all die Verbände, Spieler, Trainer, Unterstützungsteams, Medienanstalten, Werbeagenturen, Sportartikelhersteller, Gastronomen, Brauereien bis hin zu den Servicekräften in den Kneipen ihr Geld verdienen, der braucht nicht das Spiel, der braucht den Event. Der muss Leute, die sich nicht die Bohne für Fußball interessieren, dazu bringen, sich ein Trikot zu kaufen, sich anzumalen, als wäre schon Fasching, sich stundenlang in der glühenden Sonne beim Public Viewing mit überteuerten Getränken besinnungslos zu saufen. Dann kann man solche Turniere, dann kann man solche Gehälter finanzieren, dann kann man solche (Un-)Summen bewegen. Wer also jetzt im Nachhinein A sagt, sprich: böse böse „BILD“, die in seltener Häme und Respektlosigkeit unsere Nationalspieler abledert, der muss auch B sagen und vorher (!!!), ja weit vorher die Stimme erheben, wenn wochenlang gelobhudelt wird, wenn jeder Pups aus dem Nationalmannschaftshauptquartier berichtenswert erscheint, wenn plötzlich wichtig ist, dass der Schweini nicht mehr Schweini sein will und dass der Özil die Merkel, die in Bezug auf Anbiederung ja keinerlei Schamgrenze kennt, cool findet und dass den Gomez grad was zwickt und was der Philipp grad so denkt. Wer kritisiert, dass nun gehöhnt wird, Lahm spreche wie ein Politiker, der erhebe bitteschön seine Stimme auch, wenn wochenlang jedes ebenso politikereske Statement sendens- und schreibenswert erscheint, wenn wochenlang Nullnachrichten stundenlang ausgewalzt werden und wenn alle Kanäle des Äthers mit diesen Absonderungen von Menschen, die zuletzt tatsächlich an ihre eigene Bedeutung glauben, vollgemüllt werden. Wer das eine verdammt, sollte zum anderen auch nicht schweigen. Oder, was wahrscheinlich das Klügste wäre: beides ignorieren. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter. In zwei Jahren bei der WM werden wir eine weitere Steigerung des Hypes erleben. So ist das halt.

Dienstag, 10. April 2012

Los clásicos alemanes: Zwei Fans und Ihre Gedanken zum Spiel BVB - FCB und seinen Sieger

Es ist bewundernswert und schmerzlich zugleich, wenn man als Bayern-Fan beobachten muss, wie immer wieder Vereine aus dem nichts hervorschießen und uns unseren schönen Platz an der Sonne rauben wollen. Beim BVB ist dies anders. Vermutlich wird dies kein kurzes Intermezzo a la Wolfsburg, Kaiserslautern und Co. Nichtsdestotrotz ist es erstaunlich, wie im gelb-schwarzen Pott nach nur 1 1/2 Jahren das Selbstvertrauen gewachsen ist.


Liebe Dortmund-Fans,
 
Man sagt: Vorfreude ist die schönste Freude. Auf den morgigen Fussball-Mittwoch wird dies nur bedingt zutreffen. Zumindest was uns Fans des FC Bayern angeht. Denn die Freude, die wir nach unserem Sieg über Euch haben werden, wird jede Vorfreude noch um ein vielfaches übersteigen.
 
Es ist ja schön, dass Ihr Briefe an unseren Uli schreibt um kund zu tun, wie Ihr seine psychologischen Spielchen findet und wie sich das Blatt gegen ihn wenden wird, aber damit verkennt Ihr eines: Ihr spielt hier nicht nur gegen Ulis Psychotricks und gegen die qualitativ beste Mannschaft Deutschlands, sondern Ihr spielt gegen den FC Bayern. Der FC Bayern ist nicht nur ein Ribéry, "Osram" Heynckes oder Euer größter Frust, wenn wieder ein paar flotte Sprüche aus der „Abteilung Attacke“ zu hören sind, sondern ein Verein, der es schafft die wesentlichen und geschichtsträchtigen Spiele für sich zu entscheiden. Morgen werden wir, Fans, Spieler und die „Abteilung Attacke“ alles dafür geben, dass wir den richtigen Schritt in Richtung Meisterschale gehen.
 
Unser „Mia san Mia“ ist nicht auf dem Mist einer netten Marketing-Firma entstanden. Unsere „Echte Liebe“ hat den Verein zu großen Siegen getragen und ist daran gewachsen. Spiele die verloren schienen, Meisterschaften die nicht mehr möglich waren. Und morgen wird wieder so ein Tag sein.
 
Liebe BVB’ler, es ist schön, dass es endlich wieder einen Verein gibt, der uns wirklich Konkurrenz macht und ich finde es super, dass man solche Spiele - wie das morgige - endlich wieder in der Bundesliga erleben kann. Ein Spiel, das elektrisiert und die Gemüter erhitzt. Ihr habt so viel „Echte Liebe“ in der letzten Saison hinzugewonnen und das zu Recht. Und auch in dieser Saison spielt Ihr wieder unglaublich guten Fussball. Doch die entscheidenden Spiele gehören uns. Unser ganzes Team ist heiß, die letzten offenen Rechnungen zu begleichen und ganz ehrlich: Das Spiel der Saison findet für uns dieses Jahr nicht in der Champions League statt, sondern in Dortmund. Den größten Gefallen, den Ihr Euch selber tun könntet, wäre Ruhe im Stadion einkehren zu lassen, denn es gibt wohl keinen Verein in der Liga der sich mehr an der Antipathie der gegnerischen Fans „aufgeilen“ kann, wie unser FC Bayern.
 
Aber abgesehen davon habt Ihr ein hervorragendes Team und einen erstklassigen Trainer, der jetzt eigentlich auf der Bayern-Bank sitzen würde, wenn nicht irgendein Held im Vorstand in der Nacht vor der Entscheidung die „10 besten Tore von Jürgen Klinsmann“ auf youtube angeklickt hätte. Sei es drum. Unserem alten Hasen auf Trainerbank etwas von Taktik zu erzählen ist lächerlich. "Osram" und seine 101-jährige Trainererfahrung werden schon die richtigen Kniffe parat haben.
 
Und ist unsere Abwehr vielleicht ab und an wackelig – auch ein BVB muss bis dort erstmal kommen. Das gelang Euch schon im Hinspiel nicht sonderlich oft und wird nun nicht unbedingt einfacher. Einen FC Bayern, mit Robbery in weltklasse Form und einem genesenen Bastian Schweinsteiger, zu schlagen wird nicht leicht.
 
Fest steht eins: Wir alle hoffen auf einen geilen Fussballabend. Es kribbelt, wenn man an das Spiel denkt und es ist toll, wie sich überall im Internet die Fans heiß reden auf das Spiel. Ein Großteil davon hofft dabei auf ein besseres Ende für die Roten. Für mich besteht daran kein Zweifel.

Euer Chris
Das Schöne an den Aphorismen, die jeder mehr oder weniger einflussreiche Mann im deutschen Fußball irgendwann einmal hat fallen lassen: Sie kommen in der Regel umso gnadenloser zurück! So freute sich Uli Hoeneß vor kurzem – zugegebenermaßen einer der bedeutensten Stimmenheber – darüber, dass es sein FC Bayern nun wieder selbst in der Hand habe. Aber was eigentlich? Im Hinblick auf das Spiel am Mittwochabend möchte ich ihm nun darlegen, warum seine Euphorie ein jähes Ende nehmen wird.

Lieber Uli,

falls du die Schale meinst, so lasse dir gesagt sein, dass ihr derzeit wenn überhaupt eure Flossen an der Schale, aber diese eben nicht in der Hand habt. Was mich als Borussen dabei positiv stimmt, ist die Tatsache, dass ich Michael Zorc heute ganz früh morgens getroffen habe. Du meintest ja mal, er stünde auf wenn du bereits gefrühstückt hast. Jedenfalls war er im Begriff, die Trophäe mit Vaseline einzureiben – nun sollte sie für euch ohnehin zu glitschtig geworden sein. Und so viel sei bereits jetzt gesagt: Zum Pokalfinale wird er sich etwas anderes ausdenken.

Außerdem vertraue ich auf das tatktische Geschick unseres Trainers. Falls die Vaseline an der Schale doch auszutrocknen drohen sollte, macht er eben Kagawa vom Koi zum Aal. Damit kann er sich noch besser aus euren Händen winden. Und wie die letzten drei Spiele gezeigt haben, verfügt unser Kloppo über die nötige Kenntnis. Gewiss, die individuelle Stärke deiner Jungs ist über jeden Zweifel erhaben. Aber das ist nicht alles im Fußball. Die taktischen Überlegungen, die sich Jürgen Klopp einfallen lassen wird und die durch eine unwiderstehliche Energieleistung sowie durch mannschaftliche Geschlossenheit auf den Rasen gebracht werden wird, macht mich siegessicher! Denn der BVB hat bewiesen, dass er über sich hinauswachsen kann, wenn er will und sofern das Spiel nicht unter der Woche um 20:45 Uhr angepfiffen wird. Und das zeigen wir euch!

Und wo ich doch grad beim Trainer war: Hast du schon gehört? Unser Kloppo will seine Motivation in Flaschen abfüllen. Dabei bleibt aus eurer Sicht tatsächlich nur zu hoffen, dass das Zeug auf der Dopingliste steht und er gesperrt wird, bevor er es seinen Spielern verabreichen konnte – sofern das überhaupt nötig sein sollte. Kevin Großkreutz hat die letzten Nächte bereits in Trockeneis schlafen müssen. Lass dir gesagt sein: So heiß sind wir alle auf euch! Ohne Zweifel hat „Don Jupp“ einen großen Ruf. Ich rate euch und ihm trotzdem davon ab, es dem Kloppo gleichtun zu wollen. Denn sonst bekämen Schweini, Kroos & Co auch einen roten Kopf und müssen mit Fieber auflaufen – einzig die OSRAM AG dürfte es freuen.

Wie du siehst Uli, seit ihr zwar kein Punktelieferant für uns, aber in den letzten 1,5 Jahren immerhin ein gern gesehener Gast(-geber) geworden. Auf dass es so bleiben möge, denn wir sind bestens gerüstet. Ich lege mich jedenfalls fest und hoffe, dass ich dich ebenfalls überzeugen konnte: Die 3 Punkte bleiben in Dortmund!

P.S.: Ein ganz ehrlicher Dank, dass Ihr Marseille habt ausschalten können. Und eins noch: den großen Henkelpott kann man eh besser halten – ganz gleich, was sich Mou & Pep einfallen lassen. Die sind übrigens ausgewiesene Langschläfer…
In jedem Falle: Auf ein Wiedersehen am 12. Mai!


Dein Sebi
 

Montag, 9. April 2012

Montagskolumne: Osterfeiertage

Der 29. Spieltag deckt sich dieses Jahr mit dem Osterwochenende. Das hat erst einmal einen spielfreien Freitag zur Folge gehabt, aber ansonsten keinen großen Einfluss gezeigt. Kein Torwart hat sich selbst Eier ins Netz gelegt, kein Spieler ist wieder auferstanden und kein Verein endgültig beerdigt worden.

Der 1. FC Kaiserslautern scheint allerdings die Träume von einer weiteren Bundesligasaison endgültig beerdigen zu können. Neun Punkte Abstand auf den Relegationsplatz scheinen nicht mehr einholbar, besonders mit einer so eklatanten Abschlussschwäche wie der der Lauterer Stürmer. Selbst die Wintertransfers scheinen eher vom Pech des Vereins angesteckt als dass sie Tore in den Verein gebracht hätten. Der Trainerwechsel und das erzielte Tor an diesem Wochenende kommen wohl zu spät um diesen Bundesliga-Dino in der Liga zu halten.

Ein weiterer Dino der Bundesliga wankt, aber kann den Fall bis jetzt noch verhindern. Der Hamburger Sportverein ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Bundesliga das noch nie abgestiegen ist. Noch kann man sich auch von einem Abstiegsplatz fern halten, jedoch wären drei Punkte gegen Bayer Leverkusen sicherlich hilfreicher gewesen als nur der eine Punkt durch das Unentschieden. Schon unter der Woche kann der HSV nun zeigen ob man auf einem guten Weg ist oder Leverkusen zur Zeit einfach keine Leistung abrufen kann.

Das Aus in der Europa League scheint Schalke 04 besser verkraftet zu haben als Hannover 96. Mit einem klaren 2:0 schickte Schalke den Ligakonkurrenten nach Hause. Außerdem konnte man damit den Abstand auf Borussia Mönchengladbach vergrößern und sollte unter normalen Umständen mit dem direkten Qualifikationsplatz für die Champions League planen können. Fünf Punkte Abstand scheinen zur Zeit für Gladbach nur schwer einholbar, besonders weil der Verein zuerst aus einer eigenen kleinen Schwächephase herauskommen muss bevor man auf eine Schwäche von Schalke hoffen kann.

Am kommenden Mittwoch steht das Treffen der Titelkandidaten auf dem Plan. Doch beide Vereine zeigten sich nicht in überragender Form. Borussia Dortmund tat sich schwer gegen den VfL Wolfsburg, konnte aber letztendlich einen Sieg einfahren der ein Tor deutlicher ausgefallen ist als der Sieg des FC Bayern München gegen den in letzter Zeit sehr stark spielenden FC Augsburg. Es ist aber wohl zu erwarten, dass am Mittwoch sowohl Dortmunder als auch Münchner mit einer weit größeren Motivation in das Spitzenspiel gehen werden. Die Augsburger dagegen können sich an einer weiteren sehr starken Leistung aufrichten und sich berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen. In der jetzigen Form sind die Augsburger auch eine klare Bereicherung für die Liga.

Von starken Leistungen sind sowohl der 1. FC Köln als auch Werder Bremen zur Zeit weit entfernt. Das 1:1 hat auch keine Hoffnungen gemacht, dass sich daran in dieser Spielzeit noch etwas ändern wird. Während die Kölner sich noch Sorgen um einen Abstieg machen müssen geht es für Werder darum ein zweites Jahr ohne europäischen Wettbewerb zu vermeiden. Auch so stehen für Werder große Veränderungen ins Haus, es bleibt abzuwarten ob für Bremen der Weg zurück in die Mittelmäßigkeit begonnen hat.

Der SC Freiburg konnte gegen den 1. FC Nürnberg sein Punktepolster nicht weiter ausbauen und nun sind beide Vereine nach ihrem 2:2 drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Somit ist beiden Clubs durch dieses Ergebnis nicht geholfen, das Abstiegsgespenst ist auch weiterhin nicht komplett verscheucht.

Einen Sprung hat dagegen der VfB Stuttgart gegen den 1. FSV Mainz 05 gemacht. Jetzt stehen die Stuttgarter auf dem direkten Qualifikationsplatz zur Europa League. Das Ziel muss nun sein diesen Platz zu verteidigen, auch wenn noch das schwere Spiel gegen den FC Bayern ansteht.

Alles in Allem gab es dieses Wochenende keine großen Überraschungen, an der Spitze wird weiter marschiert und im Keller um jeden Punkt gekämpft. Bleibt zu hoffen, dass die großen Spiele im Saisonendspurt noch vor uns liegen.

Dienstag, 3. April 2012

Montagskolumne: Das "deutsche Anfield" schmerzt den Tipper

Wer kennt es nicht, das Tippspiel zur Bundesligasaison. Früher noch auf Papier, so gibt es ja mittlerweile diverse Online-Varianten. Ich spiele unter anderem in einer Kicktipp-Runde mit und dort gibt es auch die Möglichkeit für Bonustipps, die in unserer Tipprunde immerhin satte 5 Bonuspunkte bringen. Eine der Bonusfragen beschäftigt sich mit den Absteigern. Dort habe ich Kaiserslautern, Freiburg und Augsburg angeben. Für mich zu Beginn der Saison eine klare Sache und nach der ersten Halbserie ließ ich mich schon als ausgewiesener Fussballfachmann feiern.

Doch während das Team aus der Pfalz auch weiterhin meine Erwartungen erfüllt und wohl bald wieder nach Paderborn und Aue muss, so sorgen die anderen zwei Tipps dafür, dass ich nicht nur insgesamt 10 Bonuspunkte verliere, sondern auch von Spieltag zu Spieltag mehr den Anschluss an die Spitze unserer Tipprunde.

Freiburg spielt auf einmal groß auf und holt einen Punkt nach dem anderen. Am Wochenende schlug man Leverkusen in der BayArena mit 2:0 und hat dafür gesorgt, dass der Alt-Freiburger Ex-Erfolgscoach Dutt nun wohl bald ein türkisches Team trainiert. So zumindest der normale Karriereverlauf Leverkusener Ex-Trainer. (Wer jetzt wohl Leverkusen übernimmt? Michael Ballack als Spieler und Trainer in Personalunion?) Der Sport-Club jedenfalls schob sich nun vor bis auf Platz 13. Und das, obwohl man am 17. Spieltag noch abgeschlagen auf Platz 18 festsaß und das Spiel der Breisgauer eher den Verdacht zuließ, dass sie die "Rote Laterne" gewinnen wollten. Aber das alles ist nun Schall und Rauch. Die Freiburger haben gute Chancen die Liga zu halten.

Ein ähnliches Wunder gibt es im bayerischen Schwabenland zu beobachten. Der FC aus Augsburg war am 17. Spieltag mit Platz 17 noch Tabellennachbar von Freiburg. Tabellennachbarn sind sie noch immer, aber die Augsburger mittlerweile auf Platz 14 zu finden und seit ganzen 6 Spielen ungeschlagen. Der Verein liefert von Spieltag zu Spieltag eine beachtliche Leistung nach der anderen ab und das Augsburger Publikum, vor dessen geringer Zahlenmäßigkeit und Fernbleiben die „Kassenwarte“ der Liga schon Tränen in den Augen bekamen, überrascht und wird von den Medien schon als „deutsches Anfield“ bezeichnet.

Traurig stimmen hingegen vor allem die Teams aus Köln, Berlin und Hamburg. Drei große deutsche Städte und ihre Bundesliga(?)-Sorgenkinder. Während in Köln immer mal wieder ein Lichtlein aufleuchtet und sich dann genauso schnell wieder selbst dimmt, so sieht man in Berlin und Hamburg konsequent geführtes Fussballunderstatement. Auch wenn der HSV gegen Lautern 3 Punkte holen konnte, so war das doch mehr glücklich als wirklich verdient und mit den Ansprüchen, die auch ein Herr Fink ausgegeben hat, muss man gegen den Tabellenletzten, der sich anscheinend schon endgültig aufgegeben hat, einfach mehr holen.

In Berlin scheint der Rehhagel-Effekt einfach nicht eingesetzt zu haben. Ein Team, dass einen Kader besitzt, der im oberen Drittel der Liga mitspielen könnte, scheint in Gedanken überall zu sein, nur nicht in der Fussball-Bundesliga. Traurig für Berlin und seine Fans, die innerhalb von kurzer Zeit wahrscheinlich wieder einen Abstieg ertragen müssen.

Wenn wir noch mal einen kurzen Blick auf die Tabellenspitze und Meisterschaftsfrage werfen, so sehen wir, dass das ganze immer spannender wird. Es ist der glatte Wahnsinn, was sich der BVB und der VfB aus Stuttgart am Freitag für ein Spiel lieferten. Und dass das dann auch noch die Meisterschaft so spannend macht, setzt dem ganzen die Krone auf. Und ich persönliche sehe mittlerweile den BVB nicht mehr als Meisterschaftsfavoriten. Selbst wenn man gegen die Bayern gewinnen sollte, so wird man wohl gegen Schalke und Gladbach Punkte lassen, und dann schauen wir mal was passiert.

Die Saison ist nicht mehr lang, aber sie wird uns noch eine Menge Diskussionstoff bieten.

Montag, 27. Februar 2012

Montagskolumne: Ein König macht noch keinen Staat

Schaut man auf die Tabelle, so fällt die Gemeinsamkeit nicht gleich auf, aber doch sind sich der FC Bayern und Hertha BSC in einigen Punkten recht ähnlich.

Otto Rehhagel wurde zwar mitunter belächelt und für zu alt eingeschätzt, als er vor gut einer Woche bei der Hertha aus Berlin anheuerte. Nichtsdestotrotz sahen ihn viele als den Heilsbringer an, den die Hertha benötigt. Nach einem enttäuschenden 0:3 in Augsburg sieht die Welt nun wieder ganz anders aus.
Ähnlich, wenn auch mit einer anderen Zeitspanne versehen, ist dies der Fall beim FC Bayern und Jupp Heynckes. Uli Hoeneß sprach einst davon, dass der Rausschmiss von "Osram" Heynckes einer der größten Fehler seiner Karriere als Manager des FCB war. Vielleicht als Wiedergutmachung, aber vor allem aufgrund der glänzenden Ergebnisse von Bayern Leverkusen holte man ihn zurück. Nach der Inthronisierung Heynckes und der relativ guten Rückrunde wurden bei manchen Fans und Pressevertretern schon neue Allmachts- und Ära-Phantasien hervorgerufen. Teilweise auch gegründet auf den Aussagen nach dem all zu tollen Trainingslager. Zwar konnte man die „Negativserie“ mit einem 2:0 gegen Schalke stoppen, der Negativtrend hat aber noch kein Ende gefunden.

Doch was fehlt den beiden Teams, die vom Spielermaterial durchaus besser einzuschätzen sind, als ihr derzeitiges Auftreten und die Ligaplatzierungen erahnen lassen? Haben die Fans beider Vereine zu hohe Erwartungen? Nein, denn die Qualität ist hier durchaus vorhanden. Das ist der Unterschied zu Vereinen wie bspw. Köln. Dort ist der Anspruch seit jeher sehr hoch, die Qualität der Mannschaft aber eher gering, wie vor kurzem auch Lukas Podolski in der Zeitung mit dem großen B zu Protokoll gab.

Nein, bei den Bayern wie auch Hertha fehlt die mannschaftliche Geschlossenheit. Dazu braucht es ein verbindendes Element, das einzelne Spieler zusammenführt und, wenn nötig, im Spiel auch mal den Leitwolf gibt und seine Nebenmänner auf deren Fehler und Aufgaben hinweist. Seit dem Weggang von Mark van Bommel fehlt dieser „Leader-Typ“ gänzlich beim Rekordmeister. Es wurde die flache Hierarchie mit der Einsetzung von Philipp Lahm als Kapitän ausgerufen. Gerade in dieser schwierigen Phase wäre jetzt ein Typ gebraucht, der nicht ständig die Phrase drischt vom immer starken FC Bayern.
Bei der Hertha gestaltet sich dieses Problem nahezu gleich. Dort gibt es zwar noch Typen wie Mike Franz, Christian Lell oder auch Thomas Kraft. Während Franz jedoch den großteil seiner Hertha-Karriere auf der Bank und im Krankenbett zu verbringen scheint, sind Lell oder Kraft keine Leader. Mit Rehhagel hat die Hertha sicherlich einen erstklassigen Trainer geholt, der auch hohes Motivationspotential mitbringt, aber ob er eine Mannschaft schnell genug formen kann, damit sie noch den Abstieg verhindert, ist eine Frage, deren positive Beantwortung ich den Hertha-Fans wünsche, aber ob das tatsächlich möglich ist, muss man später sehen.
Was in München möglich ist, ist derzeit schwer vorauszusagen. Findet die Mannschaft wieder zusammen und wird Bastian Schweinsteiger schnell fit, so ist alles möglich. Jedoch ist es mehr als gefährlich sich jede Saison aufs neue nur von einem Spieler abhängig zu machen.

Wie es auch anders geht, zeigen derzeit Vereine wie der BVB. Auch ohne Mario Götze und dem Glanz, den man zu Beginn der Rückrunde ausstrahlte, gewinnen die Dortmunder ein Spiel nach dem anderen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Grund hierfür ist sicherlich auch, dass der eigentliche Star und Leitwolf an der Außenlinie ist. Ein Trainer, der seine Spielerkarriere noch nicht lange hinter sich hat und seine Trainerkarriere als fließenden Übergang einleitete. Die Fähigkeit, seine Spieler mental zu erreichen, ist sicherlich als höher für den Erfolg der Mannschaft einzuschätzen, als das spielerischen Können eines Mario Götze.

Wieder zurück ist der FSV Mainz 05. Was sich schon in den letzten Spielen andeutete, wurde gegen den FCK besonders sichtbar. Hier wächst ein neues Team zusammen und Mohamed Zidan war der fehlende Teil in diesem Mannschaftspuzzle. Zidan, Szalai, Müller führten Kaiserslautern vor und Thomas Tuchel - für den im übrigen ähnliches gilt wie bei Jürgen Klopp - hatte durchaus noch Variationsmöglichkeiten mit Andreas Ivanschitz und Maxim Choup-Moting anzubieten. Wer weiß, was die Mainzer diese Saison noch erreichen können, aber mit dem Abstieg wird diese Mannschaft bald nichts mehr zu tun haben.

Ebenso wenig wie der 1. FC Nürnberg, wenn man die Leistung aus dem Bremen-Spiel auch nur teilweise konserviert. Vielleicht aber braucht der FCN auch jedes mal einen kleinen Stachel wie den von Tim Wiese, der in der B*** großkotzig ankündigte, Werder würde den Club mit 5:0 nach Hause schicken. Dass einem solche Aussagen wie ein Bumerang zurück ins Gesicht geschleudert werden, ist ja schon fast zu erwarten. Aber die Nürnberger waren wohl äußerst angefressen und spielten gegen die Werderaner großartig auf. 

Letztendlich bot sich dem Fussballfan - ob derzeit krisengeplagt oder nicht - ein tolles Bundesligawochenende, wie es schon eine Zeit lang nicht mehr da war.

(CL)

Freitag, 17. Februar 2012

Schiedsrichterentscheidungen – Im Zweifel für die Fehlentscheidung.


Eine Welle der Empörung schwappt durch die Bundesliga und durch die Schiedsrichterriege des DFB. Karl-Hein-Rummenigge und Uli Hoeneß machen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter für den Verlust der Tabellenspitze verantwortlich und gehen sogar noch weiter, indem sie den deutschen Schiedsrichtern unterstellen, bewusst gegen den FC Bayern zu pfeifen, um sich dem Ärger der Anhänger anderer Vereine zu entziehen.

Diese Diskussion an sich möchte ich hier gar nicht so weit beleuchten. Das hat der Baziblogger schon mit einem guten Beitrag gemacht. Nur eins: Es gab mitunter sehr fragwürdige Entscheidungen gegen den FC Bayern, jedoch konnte man als Fan das ein ums andere mal auch sehr froh sein, dass die Schiris in einigen Situationen Dinge übersahen, die andere in der Situation vielleicht gepfiffen hätten. Eine Seite, die ich bei solchen Fragen immer sehr gerne zu Rate ziehe ist wahretabelle.de. Dort wären nach Abwägung aller Fehlentscheidungen die Bayern sogar nur auf Platz 3 mit 2 Punkten weniger als bislang.

Viel interessanter fand ich jedoch diese Statistiken, die nicht den FC Bayern, sondern die gesamte Liga betreffen:

In der bisherigen Saison (Stand: 22. Spieltag) wurden 64 Treffer verweigert. Das macht 2,9 verweigerte Treffer pro Spieltag. In der ganzen letzten Saison lag dieser Wert bei 2,56 (87 verweigerte Treffer). Seitdem wahretabelle.de diese Statistik führt, ist der Wert kontinuierlich gestiegen (2007/2008: 73). Etwas deutlich wird dies noch bei den nicht gegebenen Elfmetern. Hier liegt der Wert derzeit bei 2,45 pro Spieltag (54 verweigerte Elfmeter nach 22 Spieltagen). In der Vorsaison wurden 66 Elfmeter verweigert und damit 1,94 pro Spieltag.

© commons.wikimedia.org/user: Darz Mol

Woran liegt es, dass solch essentielle Entscheidungen im Fussball immer öfter falsch getroffen werden? Ist am Ende vielleicht doch der Druck durch Anhänger, die sonst nicht viel im Leben haben als ihren Verein, ausschlaggebend. Dass Telefonterror bei einzelnen Schiedsrichtern betrieben wird ist kein Hirngespinste von Hoeneß und co., sondern leider oft beschriebener Alltag. Gewalt und Drohung gegen Schiedsrichter auf und neben dem Platz gehört zum Fussballgeschäft mittlerweile schon dazu. Nicht ohne weiteres werden Aktionen wie zuletzt in der Hauptstadt initiiert ( http://www.morgenpost.de/sport/article1802599/Berliner-Schiedsrichter-pfeifen-gegen-Gewalt.html ), die an den Fair Play Gedanken erinnern sollen.

Die Belastung für die Schiedsrichter durch aggressive Fans und Spieler ist also vorhanden, aber nicht der einzige Grund für mittlerweile fragwürdige Entscheidungen.
Auch fehlt eine klare Linie, die zum Pfiff führt. Es gibt zwar ein einheitliches Regelwerk, jedoch ist auch im Fussball noch immer viel Auslegungssache. Leider findet die altbekannte Regel: „Im Zweifel für den Angreifer.“ auch kaum noch Anwendung. Besonders betroffen sind davon Stürmer wie bspw. Mario Gomez, die immer nah am Abseits agieren und die Schiedsrichter oft zu schwierigen Entscheidungen zwingen.

Hier würden solche Entwicklungen wie der Videobeweis sicherlich Abhilfe schaffen. Die Diskussionen diesbezüglich wurden oft geführt. Die Meinungen dazu gehen bei den Fans auseinander.
Klar ist jedoch, dass sich spielentscheidende Fehlentscheidungen häufen und dies ein Problem ist, dem sich die Liga und der DFB nicht länger verschließen können. Hier muss reagiert werden.

(CL)

Dienstag, 14. Februar 2012

Montagskolumne: Wie viel Einfluss können Trainer und Sportmanager haben?

Ein Bundesligaspieltag, wie ihn viele erwartet haben. Bayern gewinnt nicht überraschend gegen K’lautern, Hamburg etwas glücklich gegen Köln. 96 spielt 1:1 gegen Mainz mit einem mehr als glücklichen Ausgleich in den letzten Minuten, auch wenn das Spiel bis dahin relativ ausgeglichen war. Dies sind Beispiele, wie normal der Spieltag war. Welche Fragen sich aber an Hand der Beispiele des 5 zu 0 Stuttgarts gegen Berlin und des doch sehr klaren 3:0 Gladbachs gegen Schalke stellten, sind die nach dem Einfluss der Trainer und Sportmanager.

Gladbach überrascht die gesamte Liga noch mehr, als es 96 in der vorigen Saison getan hat. Beide sind kurz vor ihrem Durchmarsch in die europäischen Fußballsphären fast abgestiegen. Eine beeindruckende Leistung der gesamten Vereine, welche nicht nur den Fußballern zuzuordnen ist. Auch wenn man es oftmals nicht glauben möchte, es scheint so, als hätten der Sportmanager und der Trainer mehr Einfluss, als dass dies bei der individuellen Klasse der Spieler der Fall sein sollte. Bei Gladbach ist es abzuwarten, inwieweit sie den Erfolg und den Glanz der jetzigen Spielzeit erhalten können. Aber anscheinend hat Lucien Favre einiges richtig gemacht, dar es keinen Kompletttausch der Mannschaft gegeben hat. 96 hat durch sehr clevere Transferpolitik das Niveau der letzten Saison halten können, zumindest sich in der oberen Tabellenhälfte etablieren können.
Ein negativ Beispiel ist der Hauptstadtverein Hertha BSC. Eine katastrophale Transferpolitik gepaart mit schlechten Sportmanagement, welches schon unter D. Hoeneß anfing, findet unter Preetz seinen traurigen Höhepunkt. So viele Trainer und Konzeptwechsel in so kurzer Zeit, obwohl man durchaus kompetente Kandidaten hatte, hat eigentlich nur einen Abstieg verdient. Dieser wird nur nicht eintreten, weil mit Augsburg und Freiburg zwei Vereine in der Liga spielen, die es nicht in Ansätzen verdient haben und daher zu Recht absteigen werden. Der einzige Vorteil Herthas ist, dass sie finanziell besser ausgestattet sind, als die beiden genannten Vereine.

(IS)

Montag, 6. Februar 2012

Montagskolumne: Westfälische Innovation erfolgreicher als bayerisches Feldhandfußball

Auf dem Weg zur Dortmunder Titelverteidigung hat der 1. FC Nürnberg seinen Teil erfolgreich dazu beigetragen. Dieter Hecking sagte in der Pressekonferenz des Spiels Nürnberg – BVB voraus, dass dieses Spiel eh nur der Gast aus Dortmund gewinnen werden könne und wieder Meister wird! Diese Selbstverständlichkeit und vor allem die Präzision in der Umsetzung verdienen Respekt. Gekonnt verschießen Heckings Jungs die besten Einschussmöglichkeiten und protestieren lediglich mit angezogener Handbremse beim nicht gegebenen Tor von Simmons. Erstaunlicherweise blieben die Rufe nach der Torkamera erstaunlich leise. Vermutlich sind sie einfach nur ob der Kälte erstarrt…

Am Wochenende war auch mal wieder Zeit für eine Geschichte, die nur der Fußball schreiben kann. Die Akteure waren jene zwei Stürmer der Dortmunder Borussia, bei denen bis zur letzten Sekunde des Wintertransferfensters nicht klar war, wer das letzte Mal die heiße Dusche im Signal Iduna Park hat genießen dürfen. Aus alter Verbundenheit ließ es sich Mohammed Zidan nicht nehmen, die Führung seines alten neuen Arbeitgebers ausgerechnet gegen den ehemaligen Erzrivalen zu erzielen. Tags zuvor bereits war es Lucas Barrios, der rechtzeitig das Dortmunder Abstellgleis verlassen hat und den Auswärtssieg in Nürnberg perfekt machte. Es darf spekuliert werden, ob er auch seinem möglichen neuen Verein zum Sieg gegen Gladbach verholfen können. Doch noch spannender ist das Gerücht, dass Christian Nerlinger für den Bereich „Transfergeschick“ zum Hospitieren am Borsigplatz vorbeischauen will. War es früher die Taktik der Bayern, ihre Gegner durch das Abwerben der Leistungsträger zu schwächen, so verkauft der BVB seine Stürmer, um die Konkurrenz stolpern zu lassen. Neue Wege gehen!

Das dachte sich vermutlich auch der FC Bayern und versuchte es mit einer Spielweise, die vor einer Woche noch bei der Handball EM erfolgreich praktiziert wurde. Allein es war nicht erfolgreich. Möglicherweise liegt es auch gar nicht am System, sondern am Personal. Langsam drängt sich der Eindruck auf, dass Robbery das Überraschungsmoment nicht mehr auf ihrer Seite haben. Robben bezeichnete es übrigens als „fehlende Schärfe“. Somit blieben sie auch gegen einen Gegner blass, dessen Defensive in dieser Saison alles andere als ein Prunkstück ist. Auch Thomas Müller lässt die Leichtigkeit und Kaltschnäuzigkeit früherer Tage vermissen. Insofern sollte das Tor von Olic einen Fingerzeig darstellen. Der Kroate steht für das Kämpfen, die aufopferungsvolle Arbeit und nicht zuletzt dafür, (neue) weite Wege zu gehen. Wenn es dieses Impulses bedarf, dann darf Heynckes auch nicht vor den Namen der einst so gefürchteten Flügelachse halt machen. Eine Chance hat Olic allemal verdient!

Welch gleitender Übergang zum Thema Verdienst. Ein anderes Berufsfeld steht dieser Tage im Blickpunkt. Capitano zu sein, ist schwer. Man frage bei Schettino oder Ballack nach! Und man wird den Eindruck nicht los, dass es besser läuft, wenn sie die Hände vom Steuerrad weggnehmen. Es scheint, als hätten beide das würdige Abtreten nicht gelernt. Doch Ballack ist nun zum zweiten Mal im Begriff, dieses Unvermögen unter Beweis zu stellen. Hat er das etwa verdient? Nein, aber auch der Abschied aus Leverkusen mutet nicht sonderlich geschickt an.

Der weitere Verlauf verspricht in jeder Hinsicht spannend zu werden. Die Akte Ballack wird so schnell sicher nicht geschlossen. Fußballerisch gilt es für nächste Woche unter anderem, 6 Unentschieden zu überbieten. Neben der Viertelfinalrunde im DFB-Pokal erwartet uns das Topspiel zwischen Schalke und Gladbach, während Kaiserslautern die ganz undankbare Aufgabe hat, nach München fahren zu müssen. Denn in solchen Situationen zeigt sich der FCB für gewöhnlich besonders torhungrig. Ach ja, wem das alles noch nicht reicht: das Wetter soll auch in den nächste Tagen so bleiben, so dass sich vortrefflich darüber ausgelassen werden kann, ab wann Leistungssport an der frischen Luft gefährlich sei und welche Maßnahmen im Vorfeld getroffen werden müssen.

(SS)

Montag, 23. Januar 2012

Die Montagskolumne: Schönheitschirurgie, ein Déjà-vu und das große Gähnen

Déjà-vu-Erlebnisse, Brüche im Gesicht, und Langeweile am Samstag Mittag sind Dinge, die man nicht mit der Bundesliga in Verbindung bringt, und doch waren das die prägenden Eindrücke des ersten Spieltags der Rückrunde.

Das Déjà-vu-Erlebnis hatte Manuel Neuer. Wie schon im Hinspiel hatte er auch dieses mal einen riesigen Anteil daran, dass Gladbach auf der Siegerstraße landet und als einer dieser kleinen großen Vereine da oben mitkicken kann.

Ein anderer Trend, der sich gerade in der Liga abzeichnet, scheint wohl die Gesichtsfraktur zu sein. Ein paar Trendsetter haben wir ja in der Hinrunde schon beobachten dürfen. In der Rückrunde wollen nun alle mitmachen. Sebastian Prödl wurde von Dorge Kouemaha sofort mit Nasenbein- und Kieferbruch ins Krankenhaus getreten. Aus Solidarität hat Kaiserslautern Kouemaha heute allerdings auch für 6 Wochen als verletzt erklärt. Es schnuppert nach Fair Play-Auszeichnung. Etwas anders geht man da in Schalke vor. Da die Gegner nicht gewillt sind, den Königsblauen ein amtliches Veilchen zu verpassen, machen das die Schalker einfach selbst. Marco Höger streckte seinen Teamkameraden Benedikt Höwedes mit einer gekonnten Kopfnuss nieder und sorgte für einen Jochbeinbruch, wie es Joep Matip in der Hinrunde auch schon bei Jan-Klaas Huntelaar praktizierte. Hier die Gesichtsgeschädigten der Saison:

  • Neven Subotic (Mittelgesichtsbruch)
  • Sven Bender (doppelter Kieferbruch)
  • Sebastian Kehl (Prellung)
  • Michael Ballack (Nasenbruch)
  • Gojko Kacar (Nasenbeinbruch)
  • Sebastian Prödl (Nasenbein – und Kieferbruch)
  • Benedikt Höwedes (Jochbeinbruch)
  • J.-K. Huntelaar (Nasenbeinbruch)

Eine auffällige Häufung gibt es hierbei im Pott. Genauer gesagt bei den Erzfeinden Dortmund und Schalke. Man wird doch nicht etwa neben dem Bundesliga-Meistertitel auch noch andere Meisterschaften austragen!? Wie dem auch sei. An dieser Stelle allen Wehweh-Geplagten des Wochenendes eine gute Besserung von Bertis Erben.

Wenn man sich allerdings mit solchen Nebenschauplätzen auseinandersetzen kann, dann heißt es, dass sonst nicht viel passiert ist. Gut, interessante Partien gab es durchaus am Freitag und Sonntag zu sehen. Aber der Samstag-Nachmittag als Inbegriff des Fussball-Wochenendes bot eher Magerkost denn attraktiven Rückrundenstart. Magere 8 Tore in 6 Partien und etwas weniger Fussballkunst als erwartet. Schön jedoch, dass Freiburg mit neuem Trainer gleich Punkten konnte und die Ironie des Schicksals dieses mal in Wolfsburg auf den Plan trat, als dem VfL Shopping 08 ausgerechnet ein Spieler der eigenen Jugend den Sieg gegen Köln sicherte. Michael Skibbe hingegen konnte mit seinem Team keinen erfolgreichen Start feiern und schenkte Nürnberg mit einer müden Leistung endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Einzig die neuen alten Titelaspiranten Schalke und Dortmund zeigten wirklich herausragenden Fussball am Wochenende und bescheren der Bundesliga hoffentlich mal wieder einen Vierkampf um den Titel. Bis dahin ist allerdings noch ein langer Weg und erstmal zählt nur eins:

HAUPTSACHE WIEDER FUSSBALL!

(CL)

Samstag, 3. Dezember 2011

Die Bundesliga-Konferenz: Fluch oder Segen?


Seit der Einführung von Premiere hat sich Fußball-Deutschland an eine Neuerung gewöhnt, die das Erlebnis Fußball für die Zuschauer tiefgreifend verändert hat: Die Bundesliga-Konferenz. War man früher noch froh wenn eine Partie nicht mit einem torlosen Unentschieden endete, so hat sich der Zuschauer von heute schon daran gewöhnt, dass nach ein paar torlosen Minuten einfach auf einen anderen Fußballplatz umgeschaltet wird. Da der Zuschauer von heute durch Kino und Fernsehen an ständige Action gewöhnt ist, will man ihm auf diese Art die Bundesliga actionreicher präsentieren. Doch ist das wirklich die Art von Übertragung die den Fans am meisten bietet?


Wer vor Premiere etwas von der Bundesliga sehen wollte hat, je nach Generation, auf ran oder die abendliche Sportschau gewartet. Dort wurden alle Partien kompakt präsentiert, so dass man einen Überblick über die Höhepunkte aller Begegnungen erhalten hat und am Montag mit den Kollegen oder auf dem Schulhof über die wichtigsten Geschehnisse und Schiedsrichterentscheidungen diskutieren konnte. Das war eine gute Lösung, schließlich konnte man nicht gleichzeitig in allen Stadien sein oder auf mehreren Fernsehern alle Spiele gleichzeitig schauen. Durch die Übertragung im Bezahlfernsehen war die zweite Möglichkeit sogar noch utopischer geworden.
Dann wurde die Bundesliga-Konferenz eingeführt. Der Zuschauer hatte das Gefühl ganz nah an allen Spielen dran zu sein und endlich nichts mehr zu verpassen. Schließlich konnte er ab jetzt ja alle Spiele „gleichzeitig“ verfolgen. Und durch Sportsbars und die langsam steigende Akzeptanz des Bezahlfernsehens gewöhnte sich der Zuschauer an diese Art der Übertragung. Doch hatte man dadurch nun etwas gewonnen oder verloren?

Für Sportschau und Konferenz investiert man ungefähr gleich viel Zeit, von der man am Wochenende nicht unbegrenzt viel zur Verfügung hat. Während die Sportschau allerdings für alle Spiele in etwa gleich viel Zeit aufwendet, bemerkt man in der Konferenz ein Ungleichgewicht in der Berichterstattung. Wenn man nicht gerade Fan von Bayern München ist muss man darauf hoffen, dass es beim Spiel der eigenen Mannschaft viele Tore oder Karten gibt. Ansonsten werden unspektakuläre Partien weitestgehend ignoriert. Wenn man außerdem nach der Konferenz noch die Sportschau sieht stellt man nicht selten fest, dass einem viele Ereignisse während der Konferenz entgangen sind. Denn in der Sportschau hat der Kommentator noch die Möglichkeit Dinge aufzuzeigen, die das Spiel stark beeinflusst haben, aber als sie passierten noch nicht als so wichtig erschienen.
Die kleinen Bausteine sind im Fußball sehr wichtig. Wenn man sieht wie oft nur ein Tor das Spiel entscheidet, erkennt man wie wichtig es ist, nicht nur das entscheidende Tor in der Konferenz gesehen zu haben, sondern auch von der gelben Karte des Innenverteidigers zu wissen, der deshalb den Stürmer vor dem Tor nur halbherzig attackierte. Oder den kämpferischen Einsatz eines Verteidigers der Gewinnermannschaft zwei Minuten vor dem Siegtor gesehen zu haben, der damit eine Ecke verhinderte und das Publikum dazu brachte die Mannschaft noch einmal mit voller Kraft anzufeuern.



Wann immer ich kann versuche ich die Spiele meiner Mannschaft komplett live zu sehen. Manchmal ärgere ich mich nach einem langweiligen 0:0 über die verschwendete Zeit. Aber meistens kann ich mich auf das Spiel einlassen und seine Aufs und Abs genießen. Ein einziger Zweikampf kann die Stimmung im Stadion kippen, ein gehaltener Elfmeter eine vorher lustlos umherschleichende Truppe wieder in Schwung bringen oder eine Auswechslung den Rhythmus der ganzen Mannschaft verändern. Und nach manchen Spielen erinnere ich mich eher an eine grandiose Ballstafette als an die Tore meines Teams.

Die Reihenfolge des besten Fußballerlebnisses ist für mich eindeutig: Der Besuch im Stadion ist natürlich das Optimum, danach folgt für mich die Liveübertragung. Nicht jeder kann am Nachmittag ein Spiel komplett schauen und dann am Abend noch die Sportschau gucken, doch wenn ich mich dann zwischen Sportschau und Konferenz entscheiden müsste, würde ich immer die Sportschau wählen.

Die Konferenz ist das Fastfood des Fußballs, gelegentlich ganz reizvoll, aber auf Dauer nicht gut für den Fußballfan.